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Der Inhalt der Bologna-Erklärung
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Autor:  Frank [ Di 1. Dez 2009, 17:12 ]
Betreff des Beitrags:  Der Inhalt der Bologna-Erklärung

Ein wichtiger und nach Aussen deutlich sichtbarer Aspekt sind die neuen Abschlüsse.
Vielen sind bestimmt schon die neuen Abkürzungen in den Stellenanzeigen aufgefallen, B.A./M.A. oder B.Sc./M.Sc.
Es gibt heute/ in Zukunft keinen Diplom-Ingenieur mehr.
Es werden jetzt alle Bachelor (entspricht ungefähr dem Vordiplom) oder Master (soll dem früheren Diplom entsprechen).
Je nach Fachrichtung wird es ein Bachelor/Master of Arts oder Bachelor/Master of Science.

Verblüffend (oder eigentlich auch nicht) ist, dass die Erklärung 1999 unterschrieben wurde und bis 2010 umgesetzt werden soll aber erst jetzt an die breite Öffentlichkeit dringt. Kurz vor Schluss.

Alle, die mit Projektabwicklungen/Projektleitung zu tun haben, wissen, wann kann ich in einem Projekt am meisten bewegen. Am Anfang. Zum Schluss haben Entscheidungen immer weitreichende und teure Konsequenzen. Es ist immer schwieriger im Galopp die Pferde zu wechseln.

Mit der Umstellung auf die neuen Abschlüsse erfolgt auch eine Verkürzung der Studiendauer.
Weil man nicht rechtzeitig mit der Umsetzung begonnen hat, muss/wird jetzt der Studieninhalt aus früher 4 Jahren in 3 Jahre gepresst. Die Inhalte wurden nur wenig angepasst, sondern einfach komprimiert. Kommt mir irgenwie bekannt vor. Wie war das im Gymnasium?

Der Dumme macht imer die gleichen Fehler, der Schlaue macht immer neue.

Die Gleichmacherei zwischen den beteiligten Staaten bedingt auch eine Vergleichbarkeit. Dazu werden die Inhalte mit Kreditpunkten bewertet.

Da mit der Bologna-Erklärung auch die Mobilität der Studenten gefördert werden soll, werden diese Kreditpunkte nicht nach einem Semester vergeben, sondern es wird tiefer heruntergebrochen und Punkte für jede Vorlesung, Themenschwerpunkte, Hausarbeiten etc. verteilt. Die Anzahl der Punkte soll dann europaweit anerkannt sein und die Studenten sollten die Universitäten, Städte oder Länder wechseln können.

Herr Professor Weislämle brachte gestern ein Beispiel aus der Betriebswirtschaft. Hier gibt es z.B. Punkte für den Themenschwerpunkt Personalwesen.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie vergleichbar der Inhalt zwischen einem Studium in England, Deutschland oder Aserbaidschan ist. Wir können vielleicht Berti Vogts fragen, der hat schon in diesen Ländern gearbeitet.

OK, dieser Vergleich war vielleicht etwas reisserisch.

Im Bauwesen ist der Vergleich sicher einfacher, ein Stahlträger kann in Spanien die gleichen Lasten tragen wie in Dänemark.

Trotzdem kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, während des Studiums einfach und schnell die Universitäten länderübergreifend zu wechseln.
Sicher gibt es bestimmte Studiengänge, die von vorn herein darauf angelegt sind international durchgeführt zu werden. Das ist sinnvoll und lebt den europäischen Gedanken.

Aus nächster Verwandtschaft kenne ich ein Beispiel. Der junge Mann hat die ersten Semester in Köln studiert, seit diesem Sommer ist er für ein Jahr nach London gewechselt, im nächsten Jahr geht es nach Madrid, im folgenden Jahr nach Paris.
Dieser Studiengang ist aber von Anfang an darauf ausgelegt. In London werden bereits jetzt zusätzliche Sprachkurse Spanisch angeboten. Das ist sinnvoll.

Zurückkommend auf die Punktevergabe, beklagen die Studenten die Ähnlichkeit zum schulischen System mit vielen Prüfungen, Klassenarbeiten, Klausuren und Hausaufgaben.

Wie seht Ihr das, werden die Studiengänge dadurch vergleichbarer oder werden sie nur gleichgemacht?
Ist das Ziel erreicht, die Mobilität zu fördern?


Danke + Gruss
Frank

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