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 Betreff des Beitrags: mehr Geld - aber immer noch zu hohe Ausgaben
BeitragVerfasst: Sa 3. Jul 2010, 11:48 
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Tja liebe Freunde,

was können wir da lesen, was müssen wir da lesen . . .

mehr Einnahmen als geschätzt. Das hört sich gut an.
Aber Ralf H. Dorweiler hat es in seinem Kommentar perfekt zusammen gefasst.
Hier der Link: Badische Zeitung Kommentar
Zitat:
3,5 Millionen Euro mehr. Das wäre die positive Aussage. Tatsächlich sind es 3,5 Millionen Euro weniger Defizit. Denn auf die Rücklagen muss immer noch zurückgegriffen werden.

Klar und deutlich gesagt: Wir leben noch immer über unsere Verhältnisse.
Umso bedenklicher ist die Aussage unseres Bürgermeisters "sehen im Moment auch keinen Anlass dazu, ... um weitere Gelder zu sparen."

Nachzulesen im Artikel der Badischen Zeitung:
Hier der Link: Badische Zeitung
Zitat:
"Die Motto ist weiterhin, den Haushalt auf Sicht zu fahren", ergänzte Bürgermeister Jörg Lutz. Dennoch freue man sich, zunächst keine Leistungen auf den Prüfstand stellen zu müssen. "Wir verhalten uns nicht himmelhochjauchzend, aber sehen im Moment auch keinen Anlass dazu, uns irgendwelche Grausamkeiten auszudenken, um weitere Gelder zu sparen", so Lutz.

Alleine der Satz "keine Leistungen auf den Prüfstand" ist schon grundsätzlich falsch.
Ist es sprachliche Ungenauigkeit? Oder ist es politischer Wille?
Alle Leistungen gehören grundsätzlich auf den Prüfstand. Ergebnisoffen! Das bedeutet NICHT alle Leistungen gehören gestrichen.
Vielleicht sollte man nicht auf Sicht fahren, wie im Nebel, sondern 'mal das Fernlicht einschalten.
Die Gemeinde finanziert sich im Wesentlichen durch 2-3 Grossunternehmen. Deren Entscheidungen werden aber nicht in Grenzach-Wyhlen gefällt, sondern in weit entfernten Konzernzentralen. Mit anderen Worten: Wir haben darauf keinen Einfluss.

Hierauf müssen wir reagieren, und das weitsichtig.

Ich sehe dazu 2 Möglichkeiten.
    - Entweder steigt die Gemeinde in den (deutschlandweiten/globalen) Wettbewerb ein und schafft attraktive/bessere Möglichkeiten für Grossunternehmen als anderswo. Da es in den Konzernzentralen nur um Wirtschaftlichkeit und Rendite geht, bedeutet das, die Gewerbesteuer muss runter.

Zitat:
3. Die allgemeine liberale Politik. Den Mittelstand stärken.
Wenn man genauer schaut, dann ist nach meiner Meinung der 3. Punkt der Wichtigste.
Die Gemeinde ist mit ihrer Finanzierung (Gewerbesteuer) abhängig von wenigen Großunternehmen. Die Namen wurden alle im Hauptausschuss genannt. Nahezu 80-90% der Gewerbesteuer kommt von 3-4 Firmen.
Wir müssen die Einnahmen auf viele Schultern verteilen und auch in unserer Gemeinde den Mittelstand stärken. Auf Neudeutsch würde man sagen: die Gemeinde muss diversifizieren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diversifik ... Wirtschaft)

Ich würde mir weitergehende, inhaltliche und politische Diskussionen wünschen (hier und im Gemeinderat).
Was funktioniert in unserer Gemeinde?
    - Der Massenmarkt des Tagesbedarf (Lebensmittel-Discounter) funktioniert. Das gehobene Lebensmittel-Angebot (Hieber) funktioniert auch. Natürlich abhängig von unseren Nachbarn. Sollten die irgendwann in die EU eintreten, könnte auch dieser Markt schnell zusammenbrechen. Die aktuelle Situation (Griechenland etc.) verschiebt einen möglichen Beitritt auf unbestimmte Zeit. Zum Glück.

    - Unsere Handwerker sind mehrheitlich ausgelastet. Aber auch da gibt es einen starken Markt im Nachbarland. Er möge uns erhalten bleiben.

Was funktioniert nicht?
    - Wenn ich durch Grenzach-Wyhlen laufe dann sehe ich einige/viele leere Ladengeschäfte. Warum stehen diese leer? Hier muss man ansetzen. Sicherlich sind manche Nutzungen sehr eingeschränkt (z.B. Kalbacher). Andere stehen erst seit kurzer Zeit leer (z.B. Schlecker). Andere aber auch schon länger (z.B. alter Spar-Markt in Gartenstrasse).

Ich finde, hier könnte man ansetzen und Konzepte entwickeln.
Ich spinne / visioniere jetzt 'mal herum:
Einen Markt der Ideen.
    - Vielleicht gibt es jemand der eine Idee hat, dem aber das Kapital fehlt.
    - Oder jemand, der eine Idee hat, die er aber aus familiären/beruflichen/sonstigen Gründen nicht umsetzen kann.
    - Jemanden, der das Kapital hat, aber keine Idee oder nicht den unternehmerischen Willen.
Hallo P., wir müssen weiter grillen.
Welche Möglichkeiten gibt es, diese Personen zusammen zu bringen?
Einen Markt der Ideen.

Daraus müssen sich dann Unternehmenskonzepte entwickeln.
Partnerschaftsgesellschaften, Genossenschaften o.ä. Hallo B., das ist nicht mein Fachgebiet.

Welche Ideen habt Ihr? Lasst uns gemeinsam "spinnen".

Danke + Gruss
Frank


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 Betreff des Beitrags: Re: mehr Geld - aber immer noch zu hohe Ausgaben
BeitragVerfasst: Di 13. Jul 2010, 11:31 
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Wir haben 3,5 Millionen mehr, und doch zu wenig.
Das Motto 'Spare in der Zeit, so hast du in der Not'. Aber vermutlich bin ich einfach zu altmodisch (oder habe einen zu konervativen Beruf).

Wie bereits Ralf Dahrendorf 1984 festegestellt hat:
Zitat:
Spare in der Zeit, so hast du in der Not - das galt einmal. Heute heißt es: Borge in der Zeit, zurückgezahlt wird später.


Es ist ein Hasardspiel mit der Zukunft. Jetzt braucht Grenzach-Wyhlen Geld, weil der Pavillon der Lindenschule abgerissen werden muss. Geld dafür haben wir nicht!

Aber Sparen, wenn die Einnahmen wieder steigen ist ja unnötig. Wir fahren lieber auf Sicht im Nebel und mit Vollgas.

Grüsse

tilo


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 Betreff des Beitrags: Re: mehr Geld - aber immer noch zu hohe Ausgaben
BeitragVerfasst: Di 13. Jul 2010, 18:42 
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Tilo,
das Problem mit der Geldausgabe haben leider noch einige andere Gemeinden.
Selbst im Herbst 2008 investierte eine Gemeinde noch Millionen in einen Neubau.
Aussage eines Gemeiderates: So schlimm wird uns die Finanzkrise wohl nicht treffen.
Heute sucht man Geld und über die damalige Entscheidung spricht keiner mehr.
Wie sagt der Kölner (bin ich ja auch einer): Et hätt noch emmer jut jejange
Für die Nicht-Rheinländer: Es ist noch immer gut gegangen.

Gruss
Bernd


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 Betreff des Beitrags: Re: mehr Geld - aber immer noch zu hohe Ausgaben
BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 12:40 
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Hallo Bernd,

ich habe in deinem Beitrag leider keine Namen gelesen. ;)

Gemeinden und Gemeinderäte, die mit unserem Geld fahrlässig umgehen, müssen sich verantworten. Zu mindest politisch.

Über das System der Kreisumlage und des Länderfinanzausgleichs werden diese Gemeinden und Bundesländer für ihr fahrlässiges Handeln auch noch belohnt.
Es wird Zeit, dass das System geändert wird. Leistung muss sich wieder lohnen.

Gruss Frank


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 Betreff des Beitrags: Re: mehr Geld - aber immer noch zu hohe Ausgaben
BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 13:59 
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Hallo Frank,

ja: 'Leistung muss sich wieder lohnen'.
Aber das Prinzip des Lebens auf Pump ist doch einfach:

Annahme: Es wird auf jeden Fall in naher Zukunft krachen!
Weg 1: Sparen! Dann bin ich der Dumme, der nichts hatte und die Schulden der anderen zahlen darf.
Weg 2: Verschwenden! Dann habe ich es gut, lebe im Luxus und die anderen dürfen später auch meine Schulden bezahlen!

Also, als Homo oeconomicus optimiere ich meinen Nutzen und wähle den Weg 2.

Zum Glück denken viele noch anderst und wollen der kommenden Generation einen guten Start bieten. Ich will das auf jeden Fall.
Also: Lasst uns das geld sinnvoll ausgeben, und wenig Schulden machen.

Danke

tilo


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 Betreff des Beitrags: Re: mehr Geld - aber immer noch zu hohe Ausgaben
BeitragVerfasst: Mi 14. Jul 2010, 18:28 
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Sali Frank,
ab und zu habe ich ein ganz schlechtes Namensgedächtnis....
Aber vielleicht fällt es mir gerade vom kommenden Donnerstag im Strandbad wieder ein ???

Gruss
Bernd


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 Betreff des Beitrags: Re: mehr Geld - aber immer noch zu hohe Ausgaben
BeitragVerfasst: So 18. Jul 2010, 15:41 
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Hallo Bernd,

dann hoffen wir, dass die Presse ganz grosse Ohren hat...
Wobei das nicht das Hauptthema wird. Die allgemeine Regierungsarbeit und der spezielle FDP-Auftritt lässt genug Spielraum für interessante Diskussionen.

In dem Zusammenhang hat Frau Homburger ja auch gerade erlebt, wie die Basis denkt.

Gruss Frank


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